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Trübe Aussichten: Gewinn der Sachversicherer bricht ein

Preiskriege und Wetterkapriolen belasten die Assekuranz. In den Sparten Kfz und Wohngebäude schreiben die Anbieter rote Zahlen. Trotzdem geben in der Autohaftpflicht die Preise noch mal leicht nach. In der ins Kreuzfeuer geratenen Sparte Kreditversicherung hat sich die Lage entspannt.

Die deutschen Sachversicherer werden 2010 einen kräftigen Gewinneinbruch erleben. Die Branche leidet unter Preiskämpfen in der Auto- und Wohngebäudesparte sowie unter Schäden durch Stürme und den Frost im vergangenen Winter, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mitteilte. Entsprechend dürfte das versicherungstechnische Ergebnis in der Schaden- und Unfallversicherung 2010 um 700 Mio. auf rund 1 Mrd. Euro schrumpfen, sagte Robert Pohlhausen, Vorsitzender des GDV-Hauptausschusses Schaden- und Unfallversicherung.

Die Schaden- und Unfallversicherung sichert Autos, Gebäude, Haftpflicht- und Unfallrisiken ab. Das technische Ergebnis zeigt die Differenz zwischen Beitragseinnahmen einerseits und Schadenaufwand sowie Verwaltungs- und Vertriebskosten andererseits. Daneben erzielen die Versicherer noch Kapitalerträge. Allerdings erhalten sie dafür weniger Zinsen als vor einigen Jahren. Die Beiträge steigen 2010 voraussichtlich um 0,5 Prozent auf 54,9 Mrd. Euro.

Rote Zahlen in der Auto- und der Gebäudeversicherung machen den Versicherern zu schaffen

 

In der größten Sparte Autoversicherung macht die Branche trotz aller Beschwörung von Preissteigerungen auch 2010 technische Verluste. Die Schaden-Kosten-Quote stieg von 103 Prozent im Vorjahr auf 105 Prozent. Das heißt, dass die Anbieter im Schnitt 105 Cent für einen eingenommen Prämien-Euro ausgeben. Die Kapitalerträge reichen also kaum aus, um den Verlust auszugleichen.

Dabei schönen viele Gesellschaften ihre Zahlen sogar noch, indem sie Schadenreserven aus vergangenen Jahren auflösen. Marktweit macht das mehr als 2 Mrd. Euro aus. Die Branche rechnet 2010 mit Prämien von 20,1 Mrd. Euro in der Kfz-Sparte und damit zum ersten Mal seit sechs Jahren mit stabilen Einnahmen. Dahinter steckt dank der Abwrackprämie ein deutlicher Anstieg bei den Vollkaskoversicherungen von drei Prozent. Der Preiskampf ist trotzdem noch nicht vorbei. "Wir gehen von einem Rückgang der Durchschnittsprämien von 1,5 Prozent aus", sagte Pohlhausen.

 

Staatliche Bürgschaften floppen

In der Kreditversicherung hat sich die Lage nach Pohlhausens Angaben entspannt. Die Industrie hatte im vergangenen Jahr kritisiert, dass die Kreditversicherer ihnen keine oder zu wenig Deckung geben, um sich in der Krise gegen Zahlungsausfälle aufgrund einer Pleite ihrer Kunden zu versichern.

Das Deckungsvolumen der Kreditversicherer ist im Inland zwischen Januar und Mai 2010 um fast zehn Mrd. Euro auf 254 Mrd. Euro gestiegen, für Risiken im Ausland wuchs es bis Ende Mai auf rund 136,5 Mrd. Euro. Das ist der höchste Stand seit September 2009. "Wir rechnen im Verlauf des Jahres - mit Ausnahme weniger Länder - mit einer weiteren Entspannung und Erholung auf Vorkrisenniveau", sagte er. Das vom Staat auf Druck von Industrieverbänden aufgelegte Programm zur Übernahme von Ergänzungs-Bürgschaften mit einem Volumen in Höhe von 7,5 Mrd. Euro hat sich als Flopp erwiesen. Dabei übernimmt der Staat bis zur Hälfte des Risikos bei inländischen Warenlieferungen, wenn ein Kreditversicherer die andere Hälfte zeichnet. Die Nachfrage ist nach wie vor gering. Bislang gibt es 402 Verträge mit einem Deckungsvolumen von 11,8 Mio. Euro. "Die gute Nachricht ist: Wir brauchten dieses Programm in dieser bemerkenswerten Dimension nicht", sagte Pohlhausen.

 

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